Zusatztermin „Tunnel-Tour“ am 21. August!!!

Tagesprogramm verbindet Regierungsbunker und den verschlossenen Eisenbahntunnel an der Brücke von Remagen

Eisenbahntunnel mit direktem Gleisanschluss an die weltberühmte Brücke von Remagen: Im Rahmen des Schlieffen-Plans vor 100 Jahren gebaut, rollt hier seit 1945 kein Zug mehr und ist die Trasse verschlossen. Am 24.7., 21.8. und 11.9. kann sie besichtigt werden.Die Brücke von Remagen ist weltberühmt – und seit 70 Jahren Legende. Weniger bekannt ist der angeschlossene Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley. Noch immer intakt, ist sogar der Regierungsbunker historisch hier zuhause.

Teilnehmer der „Tunnel-Tour“ können am 21. August 2016 (ACHTUNG: die Termine 24. Juli und 11. September sind bereits AUSGEBUCHT!!!) Zeitgeschichte hautnah erleben und durchlaufen, wenn ein Tagesprogramm durch den stillgelegten Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley am östlichen Teil der Brücke von Remagen wie auch durch den Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler führt. Historisch und geografisch stehen sich beide Orte nahe, wurden sie doch als strategische Eisenbahnlinien vor 100 Jahren nur wenige Kilometer voneinander entfernt gebaut.

Die Geschichte verbindet die beiden Bauwerke auf besondere Weise: Geplant im Rahmen des Schlieffen-Plans noch vor dem Ersten Weltkrieg, sollten gut ausgebaute Eisenbahnstrecken die zügige Verlegung von Waffen und Truppen auf dem Bahnweg sicherstellen. Dafür wurden aufwendige Brücken- und Tunnelanlagen gebaut.

Die Brückentürme sind geblieben, die Brücke von Remagen selbst stürzte vor 70 Jahren ein. Eher unbekannt und verschlossen, aber noch immer im Original existent, ruht der rückwärtige Eisenbahntunnel unter der Erpeler Ley. Gerade einmal zehn Kilometer liegen zwischen der Brücke von Remagen und dem Tunnelsystem im Ahrtal, das später in Teilen zum Regierungsbunker ausgebaut wurde.

Doch im Gegensatz zur Rheinquerung hat es dort nie einen Eisenbahnbetrieb gegeben und die Strecke ging als „Unvollendete“ in die Geschichte ein.

Im Zweiten Weltkrieg suchte die Bevölkerung die Eisenbahntunnel bei Erpel und Ahrweiler zum Schutz vor alliierten Luftangriffen auf. Die Ahr-Tunnel wurden außerdem zur Waffenschmiede: Abschussrampen für Hitlers Vergeltungswaffen entstehen in der Unterwelt. Arbeiten, die auch KZ-Häftlinge durchführen müssen.

Die Brücke von Remagen rückt dann zu Kriegsende in den strategischen Fokus – und wird weltberühmt. Nach gescheiterten Sprengversuchen durch deutsche Truppen, nutzen die Alliierten ab 7. März 1945 die intakte Passage über den Rhein für die Verlegung von kriegswichtigem Gerät und Personal. Mit dem Einsturz am 17. März 1945 ist dann auch die Eisenbahntrasse unter der Erpeler Ley ohne Anschluss – ein Gleis, das ins Nirgendwo führt. Der Eisenbahntunnel teilt seitdem das Schicksal der Tunnelanlagen im Ahrtal: Züge rollen hier nicht mehr.

Ohne Perspektive: Als Eisenbahntunnel entlang der Ahr gebaut, befuhr nicht ein Zug diese Strecke. Stattdessen kam ein Atomschutzbunker, der aber auch wieder entfernt wurde. Zurück blieben über 17 Kilometer Stollen, die heute verlassen unter den Ahrbergen ruhen.Beide Orte verschließen sich anschließend und über Jahrzehnte der Öffentlichkeit: In Erpel werden die Portale zugemauert, das Streckensystem im Ahrtal wird wegen des Regierungsbunkers ab 1960 zum Staatsgeheimnis erklärt. Heute sind es Gedenkstätten, die auch 100 Jahre wechselhafte Geschichte vermitteln.

Der Weg durch den ehemaligen Eisenbahntunnel in Erpel entführt in die Entstehungsgeschichte zu Zeiten des Ersten wie auch zu den Endschlachten des Zweiten Weltkriegs. So, wie sich der Tunnel noch heute präsentiert, sah es auch zu Baubeginn des Regierungsbunkers in den unterirdischen Streckenabschnitten entlang der Ahr zwischen Dernau, Marienthal und Ahrweiler aus. Mit dem Ausbau zum Bunker 1962 wurde die Geschichte des Eisenbahntunnels im wahrsten Sinne zugemauert: Hinter einem halben Meter Stahlbeton verschwand das historische Mauerwerk von 1913 und ist heute nicht mehr sichtbar, auch wenn es immer noch existiert.

Als Bahntrasse vor 100 Jahren gebaut, zog in die Tunnel entlang der Ahr später der Regierungsbunker ein. 2008 öffnete hier die gleichnamige Dokumentationsstätte ihre Tore.Die „Tunnel-Tour“ verbindet und erklärt über Führungen die Geschichte der beiden Bauwerke. 100 Jahre auf Wegen im Untergrund zwischen 10 und 17 Uhr: Kurzweilig und spannend vermittelt das exklusive Tagesprogramm am 21.8. zwei Orte mit besonderem historischen Tiefgang, die so viel Ähnlichkeiten wie Unterschiede verbindet.

Preise (eingeschlossen Eintritt in beiden Dokumentationsstätten, Busfahrt sowie die Verpflegung; kostenlose Parkmöglichkeit in Ahrweiler am Bus):

55 Euro; ermäßigt 45 Euro (für Schüler, Studenten, Azubi, freiw. Wehrdienstleistende, Zivildienstleistende, Behinderte ab 50 % gegen Ausweisvorlage), Kinder bis 16 Jahre 35 Euro; Familienkarte (Elternpaar und ihre Kinder bis 16 Jahre) 145 Euro.

Anmeldungen (Voraussetzung zur Teilnahme!) zur „Tunnel-Tour“:

Ahrtal-Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.
Telefon: 02641/ 91 71 75
Fax: 02641/ 91 71 51

oder

E-Mail: Ahrtaltourismus

Wichtige Hinweise des Veranstalters: Die Temperaturen in den Tunnels liegen bei 15-12 Grad - um geeignete Bekleidung wird gebeten. Die Bunkeranlagen sind für Tiere nicht zugelassen.

Die "Tunnel-Tour" wird in Zusammenarbeit der
Bunker-Dokumentationsstätten, Marienthal
ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis Erpel e.V.
Ahrtal-Tourismus e.V., Bad Neuenahr-Ahrweiler

und mit Unterstützung der EDEKA RUDOLPHI, durchgeführt.

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08.07.2016