Angriff auf alle Sinne im Atomschutzbunker Satzvey

19. und 20. November: Kunst und Kultur im „Kassenbunker“

Tür auf zum Atomschutzbunker heißt es am 19. und 21. November in Satzvey.Mehr Kontrapunkt geht nicht: Dort, wo im Kalten Krieg bürokratisch geordnet Währungen und Zahlungskreisläufe bearbeitet wurden, erobert nun die Kunst im Doppelpack die verbunkerte Unterwelt der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen in Satzvey. Das A-Capella Trio „EU-Semble“ startet eine akustische Unterhaltungsoffensive, während die Ausstellung „Buntbunkerwelt“ optische Präsenz vermittelt.

Das Kulturwochenende im Bunker beginnt am Freitag, 19. November, um 17 Uhr mit einer Führung durch die Anlage. Um 19.30 Uhr wird das A-Capella Trio „EU-Semble“ in der großen Bunkerküche mit komödiantischen und ernsthaften Anekdötchen und Liedern für gute Unterhaltung und auch einige nachdenkliche Augenblicke sorgen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, durch die Ausstellungsräume der „Buntbunkerwelt“ zu streifen und die Werke von zehn verschiedenen Künstlern zu besichtigen.

Angriff auf die Ohren im Atomschutzbunker: Das können Besucher am 19. November erleben, wenn das A-Capella Trio „EU-Semble“ im ehemaligen Ausweichsitz der Landeszentralbank in Satzvey auftritt.Am Samstag, 20. November, stehen zwischen 11 und 15 Uhr die Bunkertüren für Führungen offen. Der Weg durch die geheime Unterwelt der „Banker“ beginnt alle 30 Minuten. Die Ausstellung der „Buntbunkerwelt“ steht ebenfalls für Besichtigungen offen.

Zeitreise durch Geheimwährung und Kriegsspiele

Die Bundesbank und das Bundesfinanzministerium legten Anfang der 1960er Jahre geheime Serien von D-Mark und Pfennigbeträgen auf, die in unbekannten Bunker- und Tresoranlagen über das Bundesgebiet verteilt eingelagert wurden. Die unterirdischen Schutzbauten wurden in einen „Stand-by-Betrieb“ versetzt. Rund um die Uhr gepflegt, gewartet und betreut, war alles für den „Tag X“ vorbereitet.

Mit dem Ende des Kalten Krieges änderte auch der Status der Vorsorgemaßnahmen aus (DM-)Papier und (Bunker-)Technik. Die Jahrzehntelang gut gehüteten Staatsgeheimnisse galten plötzlich als überholte Denkmodelle der atomaren Abschreckung und wurden aufgelöst.

Küchen-Kultur im Atomschutzbunker: Hier wird am 19. November das A-Capella Trio „EU-Semble“ zur akustischen Unterhaltungsoffensive antreten.Führungen durch den 2.500 qm großen, mit 72 Räumen ausgestatteten Bunker der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen machen deutlich, wie umfangreich und präzise der „V-Fall“ (Verteidigungsfall) geplant wurde – unter anderem mit einer Ersatzwährung zur „normalen“ D-Mark, die bei Störungen des Zahlungsverkehrs als „neue“ D-Mark ausgegeben werden sollte. Dabei wäre dem Satzveyer Bunker als monetärer Kommandozentrale eine Schlüsselrolle für Nordrhein-Westfalen zugefallen.

Das Konzert am 19. November beginnt um 19.30 Uhr. Ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, an einer Bunkerführung teilzunehmen.

Der Eintritt zum Konzert kostet 10 Euro, inklusive Bunkerführung 16 Euro.

Um Anmeldungen wird gebeten: info@bunker-doku.de oder telefonisch: 02443/ 49 44 10 oder 0151/ 17 00 82 52.

Informationen zu Adresse und Anfahrt finden Sie HIER

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28.10.2016