„Inside HV A“: Bunker Gosen ist ARD-Filmkulisse

Vater und Sohn im Gosen- Bunker: Jürgen (links) und Daniel Ast besprechen Kameraeinstellungen für die Film-Doku „Inside HV A“.Dreharbeiten im Bunker Gosen, der DDR-Spionagekommandozentrale für Spannungsfälle: Was die Autoren Jürgen und Daniel Ast im Juni mit der Kamera eingefangen haben, wird im ARD-Zweiteiler „Inside HV A - Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“ am 2. und 9. Dezember gesendet.

Der Auslandsnachrichtendienst der Deutschen Demokratischen Republik war als Hauptverwaltung Aufklärung (HV A) in das Ministerium für Staatssicherheit integriert. In der Ankündigung der Dokumentation beschreibt die ARD den Dienst als „eine der effektivsten Spionageorganisationen des 20. Jahrhunderts, berühmt-berüchtigt und geheimnisumwittert. Ein Mythos, ein Tarnkappenbomber Moskaus, der oft unter dem Radar der westlichen Geheimdienste flog.“

Die Autoren Jürgen und Daniel Ast, Vater und Sohn, haben hinter die Geheimdienst-Kulissen geschaut. Akten in Archiven wurden ausgewertet, Zeitzeugen befragt, nebulöse Zusammenhänge aufgearbeitet, Orte mit der Kamera besucht. Noch bevor die ersten Besucher die neue Dokumentationsstätte in der „Ausweichführungsstelle der HV A“ eroberten, war der Bunker in Gosen Filmkulisse. Das war Anfang Juni 2019. Mit dem Ast-Team wanderte das Set einen halben Tag durch die unterirdischen Gänge und Zimmer. Die Filmaufnahmen sind nun Sequenz einer komplexen dokumentarischen Aufarbeitung, die den DDR-Geheimdienst analysiert. Dafür wurde auch die HV A-Ausbildungsschule in Gosen besucht. Teile der Einrichtung befinden sich noch ein einem (nahezu) identischen DDR-Zustand.

Filmkulisse Bunker Gosen: Die Geschichte der DDR-Auslandsspionage ist eng mit diesem Bauwerk verbunden, das im Spannungsfall Arbeitsbereich der HV A-Spitze um Markus Wolf gewesen wäre.Jürgen Ast und die Geheimdienste – das ist eine Kombination mit Vorgeschichte. Wechselwirkungen zwischen Politik und Nachrichtendiensten im Kalten Krieg bestimmten regelmäßig seine Arbeit als Autor. Längst gilt der Berliner auch international als profunder Kenner dieses Genres. Insofern darf man gespannt sein auf den nun, 30 Jahre nach dem Mauerfall, vorliegenden Doku-Zweiteiler. Bei den Dreharbeiten im Gosener Bunker machten einige Randbemerkungen neugierig, denn noch sind nicht alle Ecken der DDR-Auslandsspionage ausgeleuchtet!

„Inside HV A - Ein deutscher Dienst im Kalten Krieg“

Teil 1: Montag, 2. Dezember 2019 | 23:45 | Das Erste

Teil 2: Montag, 9. Dezember 2019 | 23:30 | Das Erste

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28.11.2019