Langes Bunker-Wochenende in Gosen vom 25. bis 29. Mai

Geheimer Standort zur Koordinierung der DDR-Auslandsspionage im Krisenfall

Der 2022 neu gestaltete Eingangsbereich in den Spionage-Bunker Dosen.Die nächsten Führungen durch den Bunker der DDR-Auslandsspionage HV A in Gosen finden am 25., 26., 27., 28. und 29. Mai (Christi Himmelfahrt) sowie am 24., 25. und 26. Juni statt.

Die Technik-Führungen am 28. Mai werden ergänzt um einen Fachvortrag zur Geschichte des ersten DDR-Regierungsbunkers in Rüdersdorf.

Auch am letzten Juni-Wochenende werden Fachvorträge zum ersten DDR-Regierungsbunker und das geheime Nachrichtennetz auf Regierungsebene angeboten.

Es gibt nicht viele Zeitzeugen, die aus eigener beruflicher Erfahrung die Geschichte des DDR-Regierungsbunkers in Rüdersdorf erklären können.

Jürgen Freitag begann seine „Bunker-Laufbahn“ 1969 im „Objekt Traube“, wie die Hauptführungsstelle der Partei- und Staatsführung am Rande von Rüdersdorf genannt wurde. Im Nachfolgebau in Prenden (Objekt 17/5001) war er bis zum Ende der DDR technischer Leiter und zugleich stellvertretender Chef. Freitag verfügt über umfangreiche fachliche Hintergründe und wird darüber im Rahmen eines Sondervortrages im Gosener Spionage-Bunker berichten.

60 Jahre Regierungsbunker in West und Ost: 1962 richteten sich beide deutsche Staatsführungen verbunkerte Krisenzentren für den Kriegsfall ein. Bonn baute dafür ein gigantisches, 17 Kilometer langes Tunnelsystem im Ahrtal neu aus. Neun Jahre Bauzeit und 22.000 Bauarbeiter hinterließen das teuerste Bundes-Bauwerk der Nachkriegsgeschichte (2,5 Mrd. Euro Investitionssumme). Ost-Berlin zog im gleichen Jahr nach, allerdings ohne Neubau. Ein bereits bestehender Stollenbunker wurde umgenutzt. Das Bunkerbaujahr 1962 sollte dann mit der Kuba-Krise in die Geschichtsbücher eingehen.

Die Bunker-Thematik erlebt mit dem Kriegsgeschehen in der Ukraine aktuell auch in Deutschland eine Renaissance. Auch das wird bei den Gosener Führungen aufgegriffen, einschließlich die Frage, ob, wie viele und für wen vorgesehene Schutzbauwerke es heute noch gibt.

Der Fachvortrag von Jürgen Freitag (Geschichte des ersten DDR-Regierungsbunkers) findet am Samstag, 28. Mai, um 11 und 15 Uhr im Rahmen der Technik-Führungen statt.

Filterstrecke im Bunker Gosen, die fast unberührt im Zustand von 1989 ist.Der Bunker in Gosen wurde von 1982 bis 1984 als geschützte Ausweichführungsstelle für die Spitze der DDR-Auslandsspionage um ihren damaligen Chef Markus Wolf gebaut. 2019 öffnete hier die Dokumentationsstätte. Deren museums-pädagogischer Schwerpunkt ist die DDR-Spionagetätigkeit im Umfeld westdeutscher Regierungsbunker als Staatsgeheimnisse der Bundesrepublik. Diese Objekte galten als wichtige Indikatoren zur Feststellung von Spannungsphasen. Der Belegungsfall war gleichzusetzen mit einer Eskalation. Entsprechend lückenlos wurden die Regierungsbunker durch die DDR-Spionage überwacht.

Aufbau und Wirkungsweise der Bunkertechnik werden über den Originalzustand der Anlage erklärt. Diese Verbindung aus historischer Aufarbeitung in Archiven des Bundes und deren inhaltliche Vermittlung an einem authentischen Ort der Zeitgeschichte ist für die Spionagetätigkeit bundesweit einmalig.

Anmeldemöglichkeiten gibt es im Internet hier:
www.bunker-gosen.de

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27.10.2021